04 . Magazin . Elefantenherz

Von Ulrike Weiß, Köln
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| Elefantenherz, das Spielfilmdebüt des KHM-Absolventen Züli Aladag, feierte im Kölner Residenz in Anwesenheit von Darstellern, Regisseur und Produzentin Premiere. Die NRW-Produktion wurde im letzten Jahr bereits auf zahlreichen Festivals gezeigt. Mit Daniel Brühl in der Hauptrolle erzählt Aladag die Geschichte von Ruhrpott-Rocky Marko Stemper. |
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Ruhrpott-Rocky Marko hat´s schwer |
Max Ophüls-Preis 2003
Good bye Lenin
Nachts im Park
Filmgesetze
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Vom zwielichtigen Boxmanager gepusht, dann schändlich ausgenutzt |
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Dieser hat's verdammt schwer: er jobbt als Fensterputzer, sein Vater ist ein alkoholkranker Familientyrann und seine Familie lebt in einer asozialen Hochhaussiedlung am Rande von Duisburg. Kein Wunder, dass er aus diesem Elend ausbrechen möchte. In seinem Amateur-Boxclub der unangefochtene Champion, träumt Marko von einer Karriere als Profi-Boxer. In diesem Halbwelt-Milieu ein schwieriges Unterfangen: Vom zwielichtigen Boxmanager Hermsbach gepusht, dann schändlich ausgenutzt, lernt Marko jedoch bis zum Ende des Film Frust und Wut in den Griff zu bekommen und seinen eigenen Weg zu gehen. |
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| "Ein echter NRW-Film!", so präsentierte Tanja Güß, Pressesprecherin der Filmstiftung NRW, das Genrewerk dem Publikum im vollbesetzten Residenz. Ein NRW-Film nicht nur, weil die Realisierung der Story als Spielfilm vom Westdeutschen Rundfunk und Filmstiftung NRW im Rahmen der Förderinitiative Six Pack unterstützt wurde. Der komplette Film wurde an Originalschauplätzen in Duisburg gedreht und Produzentin Annette Pisacane rekrutierte fast den gesamten Stab aus Nordrhein-Westfalen. Ihre Beharrlichkeit, den Film unter bestmöglichen Bedingungen zu produzieren hat sich ausgezahlt: Schon vor der offiziellen Kino-Premiere wurde Annette Pisacane mit ihrer Produktionsfirma Cameo-Film mit dem Nachwuchsproduzentenpreis der VGF (Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken) in München ausgezeichnet. |
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Alle beisammen: Regisseur und Hauptdarsteller
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Premiere im Residenz in Köln
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Produzentin Annette Pisacane |
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Daniel Brühl brachte seine Freundin Jessica Schwarz mit zur Premiere |
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HINTER DEN KULISSEN - DIE MACHER
Der Erfolg des Films ist nicht zuletzt der hervorragenden Arbeit und Begeisterung der Leute hinter den Kulissen zu verdanken. Denn sie alle standen vor der besonderen Herausforderung mit wenig Zeit und vor allem wenig Geld eine mitreißenden Film zu realisieren. Das Budget betrug im Rahmen der Six Pack-Förderung nur 1,25 Millionen D-Mark, der Zeitrahmen war auf 25 Drehtage begrenzt.
Für die verantwortliche Ausstatterin Ruth Wilbert war Elefantenherz ihr erster großer Genrefilm. Die Welt der Boxer, ein Milieu mit dem sie sich bisher nie beschäftigt hatte, lernte sie bei Streifenzügen durch die Duisburger Halbwelt-Szene kennen. Bei der Suche nach Locations und Requisiten erwies sich der Schauplatz Duisburg als besonderer Vorteil: "In Duisburg fanden wir sofort einen sehr schönen Boxclub", so die engagierte Ausstatterin: "Wir wollten zudem in authentischen Außen-Locations drehen, die der tristen Atmosphäre des Films entsprechen. Die Wohnblöcke, in denen Marko mit seiner Familie gelebt hat - das alles war in Duisburg vorhanden." Hinzu kam, dass Duisburg im Vergleich zu anderen Städten in Bezug auf Ausstattung und Locations einfach billiger ist: "Für Studiobauten hätte unser Budget definitiv nicht gereicht. Wir haben in leerstehenden Abrisswohnungen gedreht, die wir komplett eingerichtet haben." Ein anstrengendes Projekt für das gesamte Team: "Gerade bei diesem Projekt, bei dem wenig Geld zur Verfügung stand, hat jeder mit angepackt, keiner war sich zu fein, auch nach 13 Stunden noch mal einen Pinsel in die Hand zu nehmen. Und alle waren bereit für weniger Geld als sonst zu arbeiten.", so Ruth Wilbert. |
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Ausstatterin Ruth Wilbert
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SIX PACK
Unter dem Motto "Dem Nachwuchs eine Chance" starteten der WDR und die Filmstiftung NRW 1998 ihre gemeinsame Förderinitiative "Six Pack". Gefördert werden Geschichten talentierter Autoren und Regisseure, die sich mit einem Gesamtetat von bis zu 800.000 Euro sinnvoll realisieren lassen. "Six Pack" ist inhaltlich und wirtschaftlich auf NRW ausgerichtet und wendet sich vor allem an die hier ansässigen und ausgebildeten Nachwuchskräfte. |
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Regisseur Aladag und Ausstatterin Ruth Wilbert fachsimpeln |
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Oberbeleuchter Gerd Zimmermann |
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NRW Film-Redakteurin Ulrike Weiß mit Maskenbildnerin Antje Bockeloh (rechts) |
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Es wurde viel improvisiert und manche Ausstattungskomponenten konnten nur Dank guter Kontakte erstellt werden: "Im Boxclub sollte der Boxring beispielsweise zwischen zwei Säulen aufgestellt werden, damit die Kamera rundherum filmen konnte. Da aber ein normaler Boxring Ausmaße von 7 mal 7 Metern hat, der Zwischenraum jedoch nur 5,5 Meter betrug, hatten wir ein riesiges Problem ohne zusätzliche Kosten an eine passende Boxbühne zu kommen", erzählt Ruth Wilbert. "Es war schließlich fast unglaublich, dass wir in Mülheim einen Box-Trainer fanden, der gleichzeitig auch eine Stahlbaufirma besitzt und sich bereit erklärte, uns diesen Ring maßgerecht und kostenlos anzufertigen." Trotz schwieriger Bedingungen gelang der Ausstatterin, die Geschichte in ein authentisches Milieu zu versetzen: Vom 70er-Jahre-Interieur der Hochhauswohnung über die Wimpel- und Urkundengeschmückte Boxer-Kneipe bis hin zum heruntergekommen Amateur-Box-Club - das Zukommen vieler kleiner Details macht die besondere Atmosphäre jeder einzelnen Szene aus.
Genauso wie bei der Ausstattung musste im Bereich Maske gespart werden - und das bei einem Boxfilm, wo es kaum eine Szene ohne geschwollene Gesichter, blaue Augen und blutige Wunden gibt. Eine besondere Herausforderung für Maskenbildnerin Antje Bockeloh, für die es trotz zehnjähriger Berufserfahrung der erste richtige Boxfilm war. Um alle Schwellungen und Verletzungen echt aussehen zu lassen, bereitete sie sich wochenlang vor, stellte plastische Maskenelemente her und sah sich nebenbei immer wieder die Rocky-Filme an: "Schwierig war, die Verletzungen in Chronologie zu halten, denn wir haben an verschiedenen Tagen gedreht und mussten dabei immer den filmischen Zeitrahmen im Auge behalten", so Antje Bockeloh: "Es sollte wirklichkeitsgetreu gezeigt werden, wie die Wunden abschwellen und die Haut-Verfärbungen sich verändern." Die Besonderheit von Elefantenherz im Hinblick auf die Arbeit der Maskenbildnerin waren außerdem die actionreichen Kampfszenen: "Da war natürlich sehr viel Bewegung drin, man bereitet die Maske zwar für die jeweilige Szene vor, muss sie jedoch währenddessen ständig korrigieren. Und natürlich fiel schon mal das ein oder andere Masken-Teil, von einem Faustschlag getroffen, ab," erinnert sich die verantwortliche Maskenbildnerin.
In solchen Szenen spielte außerdem die enge Zusammenarbeit mit Kamerafrau und Beleuchtern eine große Rolle: Tempo und Licht dieser Sequenzen verwischten so manches Maskendetail, machten aber gleichzeitig den Kampf für den Zuschauer authentischer. "Wir wollten alles echt aussehen lassen und nichts beschönigen", erzählt Oberbeleuchter Gerd Zimmermann. Und dazu gehörte neben dem grauenvoll hergerichteten Gesicht Daniel Brühls, der "Dirty Look" des Lichts. Die dumpf-kalte Beleuchtung prägt die ganze Stimmung des Films: traurig grau und wenig Hoffnung! So wie das Milieu in dem der Film spielt: "Die größte Herausforderung war für mich, in und mit dieser wahren Umgebung zu arbeiten. Man hat sich während der gesamten Dreharbeiten selbst mit diesem Umfeld identifiziert und das kommt im Film rüber", resümiert Gerd Zimmermann.
Weitere Infos zu Elefantenherz gibt's unter www.ottfilm.com |
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Ruth Wilbert: "Wir haben in leerstehenden Abrisswohnungen gedreht, die wir komplett eingerichtet haben."

Das Zukommen vieler kleiner Details macht die besondere Atmosphäre jeder einzelnen Szene aus.

Antje Bockeloh: "Es sollte wirklichkeitsgetreu gezeigt werden, wie die Wunden abschwellen und die Haut-Verfärbungen sich verändern." |
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Erzählen Sie doch mal, was Sie tolles in der schönen, bunten Filmwelt so erlebt haben. Wenn Sie selber nie was erleben, aber trotzdem gerne Geschichten erzählen, dann dürfen Sie auch berichten, was anderen tolles passiert ist. Versprochen, das bleibt dann unter uns! Fertige Texte, und viele, kleine Bildchen wären toll. Einfach auf "Es war einmal" klicken.
Übrigens: Auch eine kleine Anekdote von Dreharbeiten, läßt sich ganz groß aufmachen! |
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